MI-LENS®: unser Konzept für die individuelle Premiumlinsenauswahl
Ob Ihre Sehqualität nach einer Linsenchirurgischen Operation so ist, wie Sie es sich wünschen, hängt maßgeblich von der Qualität der implantierten Linsen ab. Deswegen befassen wir uns wissenschaftlich mit den Eigenschaften von Premiumlinsen und tragen in Kooperation mit Prof. Dr. Schaeffel, Universität Tübingen, zur Entwicklung von Linsensystemen bei. Dieses Spezialwissen haben wir in unserem Konzept MI-LENS® zusammengefasst, mit dem wir multifaktoriell die auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene Intraokularlinse auswählen.
Vorteile und Varianten von Intraokularlinsen
Der Ersatz der natürlichen Linse des Auges kommt hauptsächlich in fortgeschrittenem Alter vor, wenn die Flexibilität der natürlichen Linse nachgelassen hat und die Fokussierkraft des Auges nicht mehr gegeben ist oder wenn die Linse getrübt (Katarakt) und die Sicht nicht mehr klar ist. Hier können moderne Intraokularlinsen eingesetzt werden, die einen oder mehrere Brechpunkte haben können, z.B. Multifokallinsen, auch Mehrstärkenlinsen, mit unterschiedlichen optischen Prinzipien. Wenn Sie bisher Hochleistungsbrillengläser tragen und nun eine Linsenchirurgische Operation planen, dann empfehlen wir Ihnen sogenannte HD-Linsen, die weniger Halo- und Blendeffekte haben. Bei Bedarf sind diese Linsen auch mit Blaulichtfilter oder als torische Linsen verfügbar. Vorstellen möchten wir Ihnen zudem die moderne Add-On-Linse, wenn Sie bereits eine künstliche Linse im Auge haben, sowie die Licht-adjustierbare Calhoun Linse (LAL). Alle Linsentypen im Überblick:
- Multifokallinsen / Mehrstärkenlinsen
- HD-Linsen
- Torische Linsen
- Aberrationskorrigierende Linsen
- Linsen mit Blaulichtfilter (Gelbe Linsen)
- Add-on-Linsen
- Calhoun Licht-adjustierbare Linsen (LAL)
Multifokallinsen / Mehrstärkenlinsen: gut sehen in der Nähe und der Ferne
Standardlinsen, sogenannte Monofokallinsen, ermöglichen ein scharfes Fernbild, aber ein unscharfes Nahbild. Dafür wäre weiterhin eine Lesebrille notwendig. Dieser Linsentypus wird von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Im Gegensatz dazu bieten Ihnen moderne Multifokallinsen mit mehreren Brennpunkten die Möglichkeit, nah und fern scharf zu sehen. Je nach Hersteller und Modell variieren Form und optisches Prinzip. So gibt es Multifokallinsen mit konzentrischen Stufen oder solche mit einem sektorförmigen Nahteil, die auch einen HD-Effekt besitzen. Welche Linse für Sie passend wäre, hängt von vielen Faktoren ab, die wir gerne mit Ihnen besprechen.
Torische Linsen bei Hornhautverkrümmung
Liegt neben einer Kurz- oder Weitsichtigkeit auch eine Hornhautverkrümmung vor, so kann beides mit torischen Linsen ausgeglichen werden. Torische Linsen müssen immer maßgefertigt werden. Dr. D. Breyer war übrigens weltweit der Erste, der eine torische Multifokallinse mit einem Schnitt von nur 1,6 mm implantiert hat. Er hat diese Operation 2008 live auf dem Kongress der Europäischen Society of Cataract and Refractive Surgery durchgeführt.
Aberrationskorrigierende Linsen
Diese Linse ist eine Hochleistungslinse (HD-Linse), die perfekte Sehschärfe mit bestmöglichem Kontrast und realistischer Farbwahrnehmung kombiniert. Durch die Korrektur von Abbildungsfehlern, die durch künstliche Linsen hervorgerufen werden können (Aberrationen), verbessert sie die visuelle Wahrnehmung gerade auch bei Dämmerung oder schwierigen Witterungsverhältnissen. Studien zufolge kann sie ebenso beim Autofahren den Bremsweg verkürzen wie beim Betrachten von Bildern den Kunstgenuss erhöhen, und hervorragende Dienste leistet diese Linse auch beim Sport.
Neben den durch die Linsen hervorgerufenen Aberrationen, gibt es auch solche Aberrationen, die auf die Optik des Auges zurückzuführen sind. Diese sogenannten Abbildungsfehler höherer Ordnung können durch eine Aberrometrie festgestellt werden. Die so gemessenen kleineren Fehler können durch individuell nach Aberrometrie maßgefertigte Linsen ausgeglichen werden.
Linsen mit Blaulichtfilter (Gelbe Linsen)
Zwar ist die „Makula“, die Stelle des schärfsten Sehens, normalerweise vor schädigendem Blaulicht geschützt, aber gerade bei älteren Menschen ist dieser Schutzmechanismus geschwächt und kann zu Schädigungen an der Netzhaut führen. Diese Linse bietet einen Schutz für die Netzhaut gegen Blaulicht und ist ebenfalls gut geeignet für Menschen, die unter starker Blendungsempfindlichkeit oder Diabetes mellitus leiden.
Add-on-Linsen: Auch wenn Sie bereits eine Katarakt-Operation hatten, gibt es die Option auf ein Leben ohne Brille
Nach dem Austausch der natürlichen Linse gegen eine Intraokularlinse (IOL) bei einer Kataraktoperation (Grauer Star) oder zur Korrektur sehr starker Weit- oder Kurzsichtigkeit sowie Astigmatismus (Hornhautverkrümmung) können Brechungsfehler verbleiben, die für bestimmte Sehentfernungen weiterhin das Tragen einer Brille erfordern. Ein Grund dafür ist der nicht exakt vorhersehbare Abstand der Kunstlinse von der Hornhaut – trotz aufwendiger präoperativer Diagnostik, verbesserter Operationsmethoden und hoher Genauigkeit bei der Herstellung der Kunstlinsen. Die Add-On-Linse wird zusätzlich zur Intraokularlinse ins Auge eingesetzt, um bestehende Brechungsfehler auszugleichen. Zum Beispiel, wenn die eingesetzte IOL das Distanzsehen korrigiert, aber für das Sehen in naher und mittlerer Entfernung weiterhin eine Brille benötigt wird. In diesem Fall wird die Add-On-Linse vier bis sechs Wochen nach der ersten Operation vor die IOL implantiert, um brillenfreies Sehen auch in naher und mittlerer Entfernung zu realisieren; das Tragen einer Brille wäre unter Umständen nur noch bei Spezialaufgaben wie Computerarbeit erforderlich.
Der Einsatz einer Add-On-Linse kann selbst Jahre nach der Implantation der IOL erfolgen, wenn diese aufgrund der natürlichen Fortentwicklung der Fehlsichtigkeit nicht mehr ausreichend ist. Auch ein späterer Austausch der Add-on-Linse ist problemlos und schonend machbar. Weitere Vorteile sprechen für das Einsetzen einer Add-On-Linse als Alternative zu einem Austausch der IOL:
- Das Einsetzen einer Add-On-Linse ist präziser, da die exakte Position und Brechungskraft einfacher zu berechnen sind als bei einem Austausch der IOL im Kapselsack.
- Der Patient wird beim Einsetzen einer Add-On-Linse weniger belastet, da der Kapselsack, anders als bei einem Austausch der IOL, dabei nicht erneut geöffnet werden muss.
Zwei Linsen zur Korrektur starker Fehlsichtigkeiten
Zusätzlich zur Feinjustierung kann die Add-On-Linse bei der Korrektur starker Fehlsichtigkeiten dazu dienen, die Wirkung der Intraokularlinse zu verstärken. Dies ist sinnvoll, wenn die Hauptlinse alleine zu schwach wäre, um z. B. eine starke Hyperopie (Weitsichtigkeit) auszugleichen. Auch in diesen Fällen wird die Add-On-Linse vier bis sechs Wochen nach der Hauptlinse implantiert. Die Kombination einer IOL mit einer Add-On-Linse kann darüber hinaus auch in weiteren Fällen eine geeignete Lösung sein, da zwei Linsen geringerer Stärke insgesamt eine geringere Dicke haben als eine einzelne Linse höherer Stärke.
Grauer Star bei Kindern
Der Einsatz einer Add-On-Linse ist auch bei der pädiatrischen Kataraktchirurgie zu empfehlen, da sich die Refraktion bei Kindern wachstumsbedingt ändert. Die Add-On-Linse kann aktualisiert werden, ohne die Intraokularlinse im Kapselsack austauschen zu müssen.
Die Calhoun Licht-adjustierbare Linse (LAL)
Die neue Calhoun Lichtadjustierbare Linse (LAL) ist eine Erfindung des Nobelpreisträgers für Chemie, Prof. Robert Grubbs. Sie gilt als die erste individualisierbare Kunstlinse, die bei einer Katarakt-Operation eingesetzt wird. Ihre Besonderheit besteht darin, dass sie nach ihrer Implantation nur mittels UV-Bestrahlung um bis zu +/- 2.0 Dioptrien sphärisch und bis zu 1,5 Dioptrien im Zylinder „nachjustiert“ werden kann – ohne zusätzlichen chirurgischen Eingriff. Ihr photosensitives Material lässt sich unter Einwirkung von UV-Licht auf einer bestimmten Wellenlänge präzise verändern, bis die Linse optimal eingestellt ist und fixiert werden kann. Das Einsetzen der Linse erfolgt wie gewöhnlich. Nach dem Heilungsprozess, der in der Regel etwa zwei Wochen dauert, kommt der Patient zu ambulanten Nachkontrollen, bei denen die Linse mit einer UV-Lichtquelle auf die individuelle Brechkraft eingestellt wird. Bis die Linse endgültig fixiert wird, müssen Patienten eine UV-Schutzbrille tragen. Die UV-Bestrahlung kann mehrfach wiederholt werden; zum Abschluss der Behandlung wird die Linse mit einer erneuten, speziellen UV-Bestrahlung fixiert (“lock-in”). Das Ergebnis ist eine maßgeschneiderte, individuell angepasste Intraokularlinse für bestes Sehen ohne weitere chirurgische Eingriffe oder Brillenkorrektur.
Per Telefon tägl. 8.00 – 21.00 Uhr:
0211 6006600
Oder per E-Mail:

Unser MI-LENS®-Konzept

Multifokallinse, Zeiss

Torische Multifokallinse, Zeiss

Torische Multifokallinse (HD), Oculentis

Multifokallinse (HD), Oculentis

Torische Multifokallinse (HD), Oculentis

Tecnis® Multifokallinse, AMO

Multifokallinse AcrySof® IQ ReStor®™ Alcon

Add-on-Linse, Sulcoflex

Licht-adjustierbare Linse, Calhoun