Die Implantation von Multifokallinsen bei Alterssichtigkeit
– jetzt sogar mit Laserpräzision
Wenn mit zunehmendem Alter das Sehen in der Nähe schwieriger wird, kommen viele Menschen nicht mehr ohne Lesebrille zurecht. Die Implantation von Multifokallinsen bietet gute Chancen auf ein Leben ohne Brille, weil diese Linsen scharfes Sehen in der Nähe und der Ferne ermöglichen. Die Operation, auch Linsenaustausch genannt, ist jetzt sogar mit dem Femtosekundenlaser möglich. Wichtig ist die individuelle Linsenauswahl, denn nicht jede Linse ist für jeden passend. Als weitere Möglichkeit kommt eine Monovisionsbehandlung in Betracht, bei der ein Auge für das Sehen in der Ferne optimiert wird, das andere für das Sehen in der Nähe. Welches Verfahren Sie auch bevorzugen: Wir setzen ausschließlich auf modernste Technik und neueste OP-Methoden.
Multifokallinsen ermöglichen scharfes Sehen in der Nähe und der Ferne
Um wieder in der Nähe und der Ferne scharf sehen zu können, bietet sich auch die Implantation von Multifokallinsen an. Wir bieten Ihnen verschiedene Modelle unterschiedlicher Hersteller an, von denen wir Ihnen diejenige empfehlen, die uns am besten für Ihre Augen und Ihre Lebensgewohnheiten geeignet erscheint. Die Operation selber ist ein minimalinvasiver Linsenaustausch und entspricht einer vorgezogenen Katarakt-Operation. Die schonende Technik ist nicht nur weniger belastend für das Auge, die Gefahr einer Verzerrung der Hornhaut durch den Schnitt ist geringer, auch die Heilung geht vergleichsweise schneller als bei der herkömmlichen Technik. Ganz neu ist der Laser-Linsenaustausch, bei dem alle Schnitte mit einem Femtosekundenlaser durchgeführt werden.
Mehr über die verschiedenen Multifokallinsen und unser Konzept der individuellen Linsenauswahl für bestes Sehen lesen Sie im Kapitel Premiumlinsen.
Die Monovision oder „Goetheblick” – eine interessante Alternative
Bei der Monovision wird das Führungsauge auf die Ferne eingestellt, das andere, für die Nähe optimierte Auge, auf eine Kurzsichtigkeit von ca. –0,5 bis –1,5 Dioptrien. Um das räumliche Sehen nicht einzuschränken, sollte die Differenz zwischen beiden Augen nicht mehr als 1,5 Dioptrien betragen. Dennoch kann es bei bestimmten Tätigkeiten, zum Beispiel beim Autofahren, besser sein eine schwache Brille für das gering kurzsichtig eingestellte Auge zu tragen.
Monovision wird oft auch Goetheblick genannt, weil Goethe diese besondere Sicht der Welt angeboren war. Doch gerade deswegen kam er offenbar gut damit zurecht. Wird die Monovision erst im zweiten Lebensabschnitt mit beginnender Alterssichtigkeit durch einen operativen Eingriff hergestellt, so ist es möglich, dass das Gehirn die unterschiedlichen Informationen beider Augen nicht mehr richtig zusammenführen kann. In diesem Fall wird das räumliche Sehen eingeschränkt. Etwa 60 % der Patienten kommen mit dem Unterschied der beiden Augen im täglichen Leben gut zurecht, 40 % haben Probleme damit. Deswegen wird vor einer Monovisionskorrektur in der Regel ein Test durchgeführt, bei dem die Monovision für einige Stunden mit unterschiedlichen Kontaktlinsen simuliert wird. Zeigen sich hier keine Unverträglichkeiten, kann der Eingriff mit sehr guten Erfolgsaussichten durchgeführt werden. Beide Augen können später aber auch, sollte dies notwendig werden, durch eine Nachkorrektur einander wieder angeglichen werden.
Die Monovisionsbehandlung durch die Presby-LASIK, die Implantation von Intraokularlinsen oder einer Microlens
Die Monovision kann entweder durch eine Femto-Laserbehandlung, die sogenannte Presby-LASIK, oder die Implantation von Linsen in das Auge erreicht werden. Welches Verfahren für Sie am besten geeignet ist, kann erst nach einer Voruntersuchung Ihrer Augen entschieden werden. Bei uns entspricht die Presby-LASIK einer modernen und sanften Femto-LASIK, die wir ausschließlich mit neuesten Zeiss-Lasern durchführen. Mehr darüber lesen Sie im Kapitel Femto-LASIK.
Wenn eine Laserbehandlung für Sie nicht infrage kommt, besteht die Möglichkeit, zusätzlich eine Kontaktlinse zu implantieren oder, je nach Indikation, einen Austausch der natürlichen Linse gegen eine Kunstlinse vorzunehmen. Als Pionier der Linsenchirurgie führt Dr. D. Breyer diese Operation mit der minimalinvasiven Kleinstschnitttechnik durch. Mehr darüber im Kapitel Linsenaustausch.
Sanft, reversibel und schonend: die Micolens VUE+
Ebenfalls nach dem Prinzip der Monovision funktioniert eine ganz neue Methode: die Implantation der Microlens VUE+. Diese kleine weiche Linse wird nur in das für das Sehen in der Nähe zuständige Auge eingesetzt, das andere Auge muss nicht behandelt werden. Die Microlens VUE+ misst 2 mm im Durchmesser und ist halb so dick wie ein menschliches Haar. Sie hat keine Optik, sondern verändert die Form der Hornhaut, indem sie unter die oberste Schicht der Hornhaut gelegt wird und die Lichtbrechung verändert, sodass scharfes Sehen in der Nähe wieder möglich ist. Für das scharfe Sehen in der Ferne ist weiterhin das andere Auge zuständig. Das OP-Verfahren entspricht in etwa vergleichbar mit dem ersten Schritt der Femto-LASIK, bei der der Femtolaser präzise und schonend eine Hornhautlamelle (Flap) präpariert. Diese oberste Schicht der Hornhaut wird leicht zur Seite geklappt und die Microlens auf das Auge aufgelegt. Anschließend streicht der Operateur den Flap wieder glatt auf das Auge. Die Hornhautlamelle verheilt ohne genäht werden zu müssen. Anders als bei der Femto-LASIK geht bei diesem Verfahren kein Hornhautgewebe verloren. Und sollte es notwendig sein, so kann die Microlens jederzeit wieder entfernt werden.